Wie erforsche ich, wie viel Männlichkeit und wieviel Weiblichkeit in mir ist?

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Wie viel Männlichkeit und wie viel Weiblichkeit ist in mir?

Hallo Sören, ich habe ein wenig auf deinem Blog herumgestöbert und mich dort sehr wohl gefühlt. Nun hab ich folgende Zeilen zum Thema Männlichkeit/Weiblichkeit gefunden und eine Frage dazu:

«Wenn Du glücklich sein willst, ist dafür notwendig, dass Du Deine männliche und weibliche Energie in dem prozentualen Verhältnis lebst, in dem sie in Deiner Seele angelegt sind. Wenn Du 60% weibliche Energie in Deiner Seele hast und 40% männliche ist es wesentlich, dass Du 60% Deiner Zeit in der weiblichen Energie und 40% in der männlichen verbringst.»

Wie finde ich denn heraus wie viel % weiblicher und männlicher Energie ich in meiner Seele habe? Das ist gefühlt gerade sehr relevant für mich.

Liebe Grüße und danke für dein Sein und Wirken.

Ben

Hi Ben, danke für die spannende Frage! Du kannst das leider auf direktem Wege nicht erspüren. Du kannst nicht in einer Meditation Deine Seele fragen und sie schickt Dir zwei Prozentzahlen. Leider. 🙂 

Sie schickt Dir aber eine Unzufriedenheit, wenn Du das Verhältnis über längere Zeit nicht so lebst, wie es in Dir angelegt ist. Dass Du diese Frage stellst lässt in mir die Vermutung entstehen, dass Du diese Unzufriedenheit spürst.

Jetzt wäre im nächsten Schritt nur die Frage, ob Deine Seele möchte, dass Du mehr Männlichkeit oder mehr Weiblichkeit lebst. Was ist Deine Sehnsucht, was fehlt in Deinem Leben? Fehlt das Fallenlassen, das Eintauchen in das Warme, das Verbindende, das Loslassende, die Liebe, die Spiritualität?

Oder fehlt es an Zielstrebigkeit, Selbstführung, weltlichem Erfolg, Autonomie, Kraft, Selbstwirksamkeit, also das Männliche? Kannst Du das erspüren? Wenn ja, GO! 🙂  Lebe (je nachdem) mehr Männlichkeit oder Weiblichkeit! Und schau dann, was es mit Deinem eigenen Gefühl der Passgenauigkeit zwischen Deinem Leben und dem in Deiner Seele Angelegten macht.

Es ist also immer ein Annähern, ein Try and Error, ein Ausprobieren und währenddessen hineinspüren. Am Ende wird es ein prozentuales Verhältnis geben in dem Du lebst, und mit dem Du Dich gut fühlst. Aus diesem gut fühlen kannst Du dann darauf schließen, was in Deiner Seele angelegt ist. Bei mir ist das auch ein ständiges Nachjustieren.

Immer wieder gibt es Phasen, in denen viel Weltliches, Männliches ansteht. Und dann entsteht irgendwo ein leises Ziehen in mir, mein Meditationskissen ruft, meine Frau ruft, die Tiefe ruft… Eine kleine Falle ist, dass es manchmal an dem Einsatz beider Energien fehlt, dass beide mehr gelebt müssten. Ich sehe das Männliche und das Weibliche gern wie unsere zwei Beine. Auf einem Bein allein steht es sich nicht gut, aber deshalb trägt ja auch jeder  Mensch, egal welchen Geschlechts, beide Energien in sich.

Und hat somit in diesem Bild ein männliches und ein weibliches Bein. Viele Menschen stehen zwar auf diesen beiden Beinen, aber die Füße sind sehr eng zusammen, fast schon ein Fuß über dem anderen. So steht es sich weder angenehm noch stabil. Das ist Folge einer weitgehend verlorenen gegangenen guten Männlichkeit (u.A. durch zwei Weltkriege) und einer häufig missverstandenen und gesellschaftlich nicht respektierten Weiblichkeit (u.A. durch Gleichschaltung der Geschlechter in einem falschen Emanzipationsverständnis).

Wir – und damit meine ich Männer und Frauen – haben weder das Weibliche noch das Männliche wirklich gelernt, haben keine wirklich guten Vorbilder dafür. Deshalb gehen wir nicht tief in die Weiblichkeit und nicht tief in die Männlichkeit, sondern agieren ständig in einer Art Mischform, unentschlossen, unklar, aus welcher Energie heraus wir agieren wollen. Das limitiert uns.

Je besser also ein Mensch die beiden Pole erforscht und integriert hat, desto tiefer kann er situationsangemessen in eine der beiden Energien hineingehen und aus ihr heraus agieren. Wenn Deine Tochter weint, kannst Du sie auf den Arm nehmen, ganz tief in die Weiblichkeit gehen und einfach nur lieben.

Wenn Dein Nachbar Deine Frau anschreit, kannst Du Dich in Deiner vollen männlichen Energie vor sie stellen und sie schützen. Je besser Du das kannst, je besser Du Deine Energien und Verhaltensweise kennst und sie bewusst einsetzen kannst desto stärker sind Deine Oberschenkel und desto „breitbeiniger“ und damit stabiler stehst Du im Leben.

p.s. Hier ein weiterer schöner Artikel von meinen Kollegen bei findyournose zum Thema Male/Female Energy.


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